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Essen wie ein Bayer

Münchner Weißwurst

Kaum eine Speise wird so eng mit Bayern in Verbindung gebracht wie die Weißwurst. Gerade München ist mit der Spezialität unmittelbar verbunden, weil diese ihren Ursprung in der Landeshauptstadt hat. Die köstliche Wurstdelikatesse aus Kalb- und Schweinefleisch, verfeinert mit Zwiebeln und frischer Petersilie, besitzt in Bayern eine große Tradition. Um sie ranken sich Mythen (man muss sie zuzeln und darf sie bloß nicht mit Messer und Gabel essen) und Legenden (die Weißwurst darf das 12-Uhr-Läuten der Kirchglocken nicht hören). Und sogar in die Geografie hat die Weißwurst Einzug gefunden. Der sogenannte Weißwurstäquator stellt für viele Bayern die inoffizielle Grenze ihres Landes dar.

Brezn

Wer hat sie nicht schon kennen und lieben gelernt – die Brezn. Sie ist ein fester Bestandteil der bayerischen Brotzeitkultur. Besonders zu Weißwurst, Leberkäse und zum Obazda stellt das resche Laugengebäck eine unverzichtbare Beilage dar. Die Brezn kann man in verschiedenen Varianten und Größen finden. Meist ist sie mit groben Salz bestreut, jedoch nie mit zu viel, denn das mag der Bayer nicht. Ihren Ursprung hat die Brezn wohl im römischen Ringbrot, das in erster Linie in den bayerischen Klöstern zu Hause war. Dort war sie ein besonderes Festtagsgebäck und wurde vor allem zum Neujahrstag, zum Palmsonntag und zum Erntedank gebacken.

Obazda

Wahrscheinlich wird der Obazda in Bayern schon so lange zur Brotzeit gereicht wie auch das Bier gebraut wird. Berühmt wurde die würzige Käsezubereitung allerdings erst in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als ihn die Weihenstephaner Wirtin Kathi Eisenreich ihren Gästen auftischte. Nachdem sie nicht recht wusste, was mit dem überschüssigen Camembert in ihrer Küche zu tun sei, ließ sie den Käse kurzer Hand mit etwas Paprika vermischen, Zwiebeln darunter geben und das Ergebnis mit ein wenig Bier abschmecken. Heute ist der Obazda längst ein Muss in jedem bayerischen Biergarten! Man genießt ihn zu einer Scheibe frischem Brot oder einer knusprigen Brezn.

Leberkäse

Ob warm als Hauptgericht mit Kartoffelsalat und Spiegeleiern oder kalt als Brotzeit mit sauren Gurken garniert – der Klassiker der bayerischen Küche ist wortwörtlich in aller Munde. Die Rede ist vom Leberkäse, einem ganz besonderen Leckerbissen, den man am liebsten zur Bier, Brezn und süßem Senf genießt. Aber auch auf der Semmel macht das Brät aus fein gehacktem Schweine- und Rindfleisch eine gute Figur. Die „Leberkassemme“ ist bei vielen Bayern ein beliebter Snack für zwischendurch – und das zu jeder Tageszeit. Entgegen der naheliegenden Vermutung enthält Leberkäse übrigens kein Gramm Leber. Der Name geht auf die altdeutschen Wortstämme „lab“ für Laib und „Kasi“ für feste Masse zurück.

Fränkische Bratwürste

Nürnberger, Coburger, Kulmbacher, Sulzfelder, Hofer oder Ansbacher – die fränkischen Bratwürste sind ein wahres Kulturgut, auf das die Franken wohl mindestens so stolz sind, wie auf ihren Wein. Ob im „Weggla“, auf Kraut, zu Kartoffelsalat oder sogar zu Spargel, ihre Begleiter sind ebenso abwechslungsreich wie die fränkische Bratwurst selbst. Diese unterscheidet sich längst nicht nur in ihren Maßen und dem enthaltenen Fleisch. Vor allem die Gewürze machen sie zu einer Spezialität mit so vielen Variationen, wie es Orte in Franken gibt. Bei aller Vielfalt gibt es aber doch einen gemeinsamen Ursprung: Die alten Römer waren es, die die Bratwurst bis in ihr Grenzgebiet am Limes mitbrachten.

Käsespätzle

Was dem Franken seine Bratwurst, sind dem Allgäuer seine Kässpätzle! Diese deftige und heute überaus beliebte Spezialität war einst ein Arme-Leute-Essen. Ihre Herstellung war für nahezu jedermann erschwinglich und noch dazu sehr gehaltvoll. Die Spatzn bestehen aus einem dickflüssigen Teig, der von einem Brett aus in siedendes Wasser geschabt wird. Sobald sie gar sind, werden die knopfförmigen Teigklümpchen in einer Schale mit viel Allgäuer Bergkäse bedeckt und mit geschmolzenen Zwiebeln verfeinert. Für jeden Käsefan ein wahres Muss!

Bayerischer Schweinebraten

Keine bayerische Spezialität hat über die Grenzen des Freistaates hinaus eine derart hohe Bedeutung erlangt wie der Schweinebraten. Untrennbar verbunden mit den Lebensfreuden und der Gemütlichkeit des Landes, gehört er ohne Zweifel zu den beliebtesten Gerichten der traditionellen bayerischen Küche. Ob als niederbayerischer Krustenbraten mit Bayerisch Kraut und Semmelknödeln oder als oberbayerisches Schmankerl zu Dunkelbiersoße, Kartoffelknödeln und Blaukraut, der Schweinsbraten kann garnicht oft genug serviert werden. Dazu passen hervorragend ein köstliches, bayerisches Bier und als krönender Abschluss ein edler Obstbrand.

Geschrieben von bayern.by Blog

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